Die CSU hat auf ihrer Winterklausur 2026 in Seeon unter anderem den Wiedereinstieg in die Kernenergie gefordert, vor allem den Bau von Mini-Kernreaktoren (SMR: Small Modular Reactors), sowie eine nukleare Kreislaufwirtschaft, die „möglichst ohne radioaktive Abfälle“ auskommt und dafür Wiederaufarbeitung und Transmutation von Kernbrennstoffen (Wandlung hoch radioaktiver Reststoffe in solche, die für eine weitere Kernspaltung genutzt werden können) vorsieht.
Man kann leicht prognostizieren: Nie und nimmer wird es in absehbarer Zeit SMR geben, und auch die Brennstoff-Kreislaufwirtschaft wird auf absehbare Zeit nicht realisiert werden können. Ökonomische und politische Gründe, aber auch physikalische Grenzen weisen die Vorschläge der CSU ins Reich der Utopie. Das lässt sich an vier essenziellen Punkten festmachen:
- Zu hohe Kosten
- SMR potenzieren das Proliferationsrisiko und sind schon deshalb kritisch zu sehen
- Die Realisierungschancen einer Brennstoff-Kreislaufwirtschaft sind hoch spekulativ
- Die Probleme mit der Beseitigung von schwach- und mittelaktiven Abfällen werden unterschätzt
Mit diesem (und einigen der anderen, „klassischen“) Kritikpunkten habe ich mich in einem Diskussionsbeitrag beschäftigt, der am 12. Januar 2026 im Tagelspiegel Background Energie veröffentlicht wurde.
Hier geht es zum Link (reier Zugang):
Mini-AWKs für Deutschland in Kreislaufwirtschaft – wie realistisch sind die Pläne der CSU?